Kuchen ohne Ei – Kein Paradoxon

Kuchen ohne Ei –  Kein Paradoxon

Wer will guten Kuchen backen,
Der muß haben sieben Sachen:
Eier und Schmalz,
Butter und Salz,
Milch und Mehl.

Die meisten von uns sind unter anderem mit diesem Lied und der darin enthaltenen “Weisheit” aufgewachsen: Kuchen braucht Ei. (Und Butter, und Milch, aber das ist erstmal ein anderes Thema. ;-)). Wenn ich ab und zu erwähne, dass ich kein Ei esse und mein Kuchen auch prinzipiell kein Ei enthält, werde ich meist fassungslos angeschaut: “Wie ist das denn möglich? Da zerfällt doch der ganze Kuchen / das schmeckt doch gar nicht” sind die Standard-Reaktionen. Nun sind mir in meiner Back-Karriere schon einige Kuchen zerfallen, aber interessanter Weise noch keiner ohne Ei. Das war jeweils der Fall, bevor ich vegetarisch lebte.

Tatsächlich gilt genau das Gegenteil: Es bäckt sich sehr viel einfacher ohne Ei. Kein nerviges Getrenne von Eigelb und –weiß, kein portionsweises Untersieben, kein Temperaturenangleich, damit das Ei auch nicht kocht, und man bedenke schon allein die Salmonellen-Gefahr, die bei jedem Eier-Gericht mitschwingt! Ich verwende für meine Backwerke auch keine teuren Ei-Ersatz Produkte, sodass ich nicht einmal behaupten kann, finanziell käme der ei-freie Kuchen schlechter weg. Mit ein wenig Öl hält der Teig, wird luftig und locker und hat nicht den (zumindest für mich) unangenehmen Beigeschmack von Ei.

Das Fazit ist, dass wir – wie in vielen Bereichen des Lebens – auch beim Backen sehr von Traditionen geleitet werden. In unserer Kultur wurde uns von klein auf beigebracht, dass Ei im Kuchen zu sein hat. Nun sind Traditionen ja nicht unbedingt etwas schlechtes, aber es hat auch noch nie geschadet, über den Tellerrand hinaus zu blicken und zu entdecken, dass es auch noch andere, ziemlich gute Alternativen gibt. Und wenn wir einen Kuchen ohne den potenziellen Embryo eines anderen Lebewesens herstellen können, dann sollten wir das doch ganz einfach tun.

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